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Historische Gasthöfe in Sachsen-Anhalt


 

Naturpark Drömling

Im Drömling treffen sich Storch und Kranich

droemling-riedrichskanal
Friedrichskanal
Landesmarketing Sachsen-Anhalt GmbH
Die im Norden Sachsen-Anhalts gelegene Altmark besteht aus mehreren kulturhistorisch bedeutsamen Landschaften; eine besonders reizvolle davon ist das Niedermoorgebiet Drömling, das Land der 1000 Gräben. Dieses ca. 300 km2 große Landschafts- und Naturschutzgebiet erstreckt sich zum größten Teil auf sächsisch-anhaltinischem Gebiet, hat aber Ausläufer bis fast nach Wolfsburg in Niedersachen. Der die Elbe mit der Weser verbindende Mittellandkanal führt durch diese äußerst dünn besiedelte Region zwischen den Kleinstädten Kunrau im Norden und Calvörde im Süden sowie Oebisfelde im Westen und Mieste im Osten. Sie wurde 1990 zum Naturpark Drömling erklärt, um sie künftig vor Zersiedelung zu schützen.

Die Entstehung des Drömlings geht zurück auf das Ende der letzten Eiszeit, als sich aus dem Schmelzwasser der Gletscher ein großer See bildete, der im Laufe der Zeit zu einem Moor mit unzugänglichen Sumpfwäldern wurde. Friedrich der Große ordnete 1772 die Entwässerung des Feuchtgebiets an und sorgte für seine Urbarmachung und Melioration. Heute sind auf leicht erhöhten Horsten Mischwäldchen mit Eichen und Kiefern sowie Birken und Erlen zu sehen, zumeist fällt der Blick aber auf weite Wiesen und Äcker, durchzogen von einem Netz unzähliger, oft mit Büschen bewachsener Gräben und Kanäle. Die eindrucksvolle Mischung aus Natur und technischen Bauwerken wie Wehren, Schleusen, Dämmen und Brücken machen den Drömling zur einer in Deutschland einmaligen Kulturlandschaft.

Seine fast ein halbes Jahrhundert währende Lage im deutsch-deutschen Grenzgebiet brachte große menschliche Belastungen für seine Anwohner mit sich, für viele andernorts längst vertriebene und teilweise vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten schuf sie indes einen geschützten Ort mit guten Nist- und Brutbedingungen. Auf Wanderungen und Radtouren, Kremserfahrten und Ausritten erleben seine Besucher die faszinierende Vielfalt eine einzigartigen Flora und Fauna, beobachten Elbe-Biber, Steinmarder und Feldhasen in ihrer natürlichen Umgebung und entdecken seltene Pflanzenarten wie Teichrosen, Sumpfdotterblumen oder Pillenfarne. Vogelfreunde schätzen den Drömling als Lebensraum von Großvögeln wie Störchen, Kranichen und Graureihern.

Das Tor zum Drömling, die im Norden gelegenen Stadt Kunrau mit ihrem im Stil der italienischen Renaissance erbauten Schloß, ist Ausgangspunkt des Naturlehrpfads Drömling. In der inmitten des Drömlings gelegenen, 1791 erbauten Grabmeisterei Kämkerhorst ist eine Ausstellung über die zu schützenden Biotope für seltene Tier- und Pflanzenarten zu besichtigen.

(Frank Stier)


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