Historische Kuranlagen und Goethetheater Foto: Landesmarketing Sachsen-Anhalt GmbH
Am Westrand der Altstadt Bad Lauchstädt südlich des Schlosses liegen die, in den 60er Jahren überarbeitete, spätbarocken Kuranlagen mit Übergang zum englischen Garten.
Um 1700 entdeckte der hallesche Professor und Mediziner Friedrich Hoffmann (1660 - 1742) die Heilquelle. Diese wurde auf Befehl der Herzogin Erdmuthe Dorothee von Sachsen-Merseburg im Jahr 1710 gefasst und mit einem Lusthäuschen über dem Graben ausgestattet. Es folgte ein größeres Assemblé-Haus und ein Pavillon zu Spiel und Unterhaltungszwecken. In wachsender Zahl besuchten nun die adligen Familien des mitteldeutschen Raumes, Kursachsens, ja sogar Polens neben den reichen Bürgern und Gelehrten der umliegenden großen Städte, vor allem Leipzigs und Halles, Bad Lauchstädt.
Eine Periode neuen Glanzes begann ab 1775. Mit dem Aussterben der Herzöge von Sachsen-Merseburg wurde Bad Lauchstädt kursächsisch und der Dresdner kursächsische Hof verlegte seinen Sommersitz hier her. Der Merseburger Stiftsbaumeister Johann Wilhelm Chryselius erhielt 1776 den Auftrag zur Erweiterung und Neugestaltung der Kuranlagen. Ihm gelang es, auf kleinem Raum in spätbarocker Manier eine architektonisch und gartenkünstlerisch reizvolle Anlage zu schaffen.
Die Hauptachse der Anlage führt vom Tor des Schlosses über den Brunnen zum Kurhaus und schneidet die Haupt-Promenade in der Mitte. Mittelpunkt der Gesamtanlage ist die von einer steinernen Balustrade umgebene Brunnenkammer der Heilquelle. Eine doppelläufige Treppe führt zu ihr hinab, die den Badegästen gestattete, Wasser zu schöpfen. Unmittelbar hinter dem Brunnen wird die Hauptachse durch das Kurhaus abgeschlossen.
Um 1790 hatte Lauchstädt im Hinblick auf äußeren Glanz und als Badeort seinen Höhepunkt überschritten. Der Rückgang an Fülle, Pracht und Vornehmheit wurde aber durch die Zunahme an Bedeutung, die Lauchstädt im geistigen Leben durch sein 1802 erbautes Theater erhielt, mehr als aufgewogen. Unter Leitung Goethes trat hier die Weimarer Schauspielergesellschaft bis 1814 auf.
Nachdem Bad Lauchstädt nach dem Wiener Kongress an Preußen fiel, konnte es an seine frühere Bedeutung nicht wieder anknüpfen. 1890 wurde das Theater baupolizeilich gesperrt und konnte nur durch das Engagement eines Bankiers aus Halle vor dem Abbruch bewahrt werden. Der Kurbetrieb wurde 1941 gänzlich eingestellt.
1966 begannen umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten auf Grundlage der spätbarocken Pläne von Chryselius. Die Kuranlagen und das Goethe-Theater konnten 1968 der Öffentlichkeit übergeben werden.
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